Kup­fer-Glas-Mi­gra­ti­on

Der Ausbau von Glasfasernetzen in Deutschland schreitet fort. So steht auch der Übergang von Kupfer- auf Glasfasernetze (sog. Kupfer-Glas-Migration) im Fokus des Marktes und der Bundesnetzagentur. Während der Technologiewechsel schon vielfach freiwillig stattfindet, wird es später zu einer regulatorisch kontrollierten Außerbetriebnahme des Kupfernetzes kommen. Die Bundesnetzagentur leistet mit ihrem Regulierungskonzept einen Beitrag zur anstehenden Debatte auf europäischer und nationaler Ebene.

Regulierungskonzept der Bundesnetzagentur zur Kupfer-Glas-Migration

Mit dem zur Konsultation stehenden Regulierungskonzept hat die Bundesnetzagentur das Zielbild für einen fairen, transparenten und wettbewerbskonformen Wechselprozess entworfen. Dieser sollte regelgebunden bei Vorliegen bestimmter Voraussetzungen vor Ort starten. Um dies umzusetzen, benötigt die Bundesnetzagentur aber zusätzliche Instrumente und erweiterte rechtliche Spielräume. Aufbauend auf dem im April 2025 veröffentlichten Impulspapier der Bundesnetzagentur und den Eckpunkten für ein Gesamtkonzept zur Kupfer-Glas-Migration des BMDS von Oktober 2025 macht das Regulierungskonzept konkrete Vorschläge für Änderungen am aktuellen Rechtsrahmen.

Die Bundesnetzagentur sieht es als zentral an, eine (nahezu) flächendeckende Glasfaserabdeckung zu erreichen und die Auswahlmöglichkeit der Endkundinnen und Endkunden zwischen verschiedenen Diensteanbietern auch in der Glasfaserwelt zu ermöglichen.

Um für die ausbauenden Unternehmen gleiche Voraussetzungen im Ausbauwettbewerb und damit verlässliche Investitionsbedingungen zu schaffen, sollten die Kupfernetze in einem Gebiet abgeschaltet werden, sobald dort objektive Kriterien bzw. Voraussetzungen im Hinblick auf Netzabdeckung und Vorleistungsangebot erfüllt sind. Wichtig ist, dass dies unabhängig davon geschieht, welcher Netzbetreiber im betreffenden Gebiet Glasfaser ausgebaut hat.

Der mit dieser Veröffentlichung eingeleitete Konsultationsprozess markiert keinen Endpunkt, sondern soll die nun anstehenden Diskussionen anstoßen und durch konkrete Vorschläge einen relevanten Beitrag dazu leisten, im Zuge der nächsten Schritte möglichst schnell zielführende Lösungen für ein regulatorisches Gesamtkonzepts zu generieren.

Alle Akteure und interessierten Parteien haben die Möglichkeit, bis 16. März 2026 zum vorliegenden Regulierungskonzept Stellung zu nehmen.

Impulse zur regulierten Kupfer-Glas-Migration

Das im April 2025 veröffentlichte Impulspapier enthält Hinweise zum regulierten Übergang von Kupfer- auf Glasfasernetze. Alle Marktteilnehmer können zu materiellen Aspekten des künftigen Verfahrens zur Außerbetriebnahme des Kupfernetzes Stellung nehmen.
Das zur Konsultation gestellte Impulspapier soll Transparenz über Struktur und Abläufe der komplexen Verfahren zur Außerbetriebnahme bzw. Ersetzung des Kupfernetzes nach § 34 TKG schaffen. So könnten künftig durchzuführende Beschlusskammerverfahren beschleunigt werden.

Da der gesamte Markt von der schrittweise erfolgenden Kupfer-Glas-Migration betroffen ist, kommt es darauf an, schon jetzt die Interessen aller Akteure in den Blick zu nehmen. Dies erhöht die Chance, in einem frühen Stadium den Austausch zwischen Netzbetreibern anzustoßen. So kann das Potenzial für Marktlösungen ausgelotet und ein reibungsloser Übergang auf die neuen Netze gewährleistet werden.

Dargestellt werden zum einen mögliche Verfahrensabläufe, zum anderen werden die Anforderungen an einen vom Unternehmen mit beträchtlicher Marktmacht vorzulegenden transparenten Zeitplan der Migration sowie die angemessenen Bedingungen der Migration und der Außerbetriebnahme thematisiert. Letzteres umfasst auch die Anforderungen an alternative Zugangsprodukte sowie die Verteilung der Kosten der Migration.

Es wird darauf hingewiesen, dass die Ausführungen im Impulspapier keinerlei Bindungswirkung im Hinblick auf künftig zu führende Verfahren der Beschlusskammern entfalten, noch deren Entscheidungen vorzeichnen.

Die Bundesnetzagentur hat vom 28. April 2025 bis zum 23. Juni 2025 28 Stellungnahmen zum Impulspapier entgegengenommen.

Stellungnahmen

1&1 Stellungnahme Impulse zur regulierten Kupfer-Glas-Migration (pdf / 441 KB)

ANGA Stellungnahme Impulse zur regulierten Kupfer-Glas-Migration (pdf / 287 KB)

BDEW Stellungnahme Impulse zur regulierten Kupfer-Glas-Migration (pdf / 435 KB)

Bitkom Stellungnahme Impulse zur regulierten Kupfer-Glas-Migration (pdf / 76 KB)

BREKO Stellungnahme Impulse zur regulierten Kupfer-Glas-Migration (pdf / 431 KB)

BUGLAS Stellungnahme Impulse zur regulierten Kupfer-Glas-Migration (pdf / 198 KB)

Deutsche Glasfaser Stellungnahme Impulse zur regulierten Kupfer-Glas-Migration (pdf / 4 MB)

Deutsche Telekom Stellungnahme Impulse zur regulierten Kupfer-Glas-Migration (pdf / 95 KB)

Deutscher Landkreistag Stellungnahme Impulse zur regulierten Kupfer-Glas-Migration (pdf / 116 KB)

Deutscher Städte- und Gemeindebund Stellungnahme Impulse zur regulierten Kupfer-Glas-Migration (pdf / 111 KB)

Deutscher Städtetag Stellungnahme Impulse zur regulierten Kupfer-Glas-Migration (pdf / 178 KB)

DIHK Stellungnahme Impulse zur regulierten Kupfer-Glas-Migration (pdf / 161 KB)

EWE TEL Stellungnahme Impulse zur regulierten Kupfer-Glas-Migration (pdf / 906 KB)

GdW Stellungnahme Impulse zur regulierten Kupfer-Glas-Migration (pdf / 105 KB)

Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus des Landes Schleswig-Holstein Stellungnahme Impulse zur regulierten Kupfer-Glas-Migration (pdf / 135 KB)

Netcologne Stellungnahme Impulse zur regulierten Kupfer-Glas-Migration (pdf / 322 KB)

NetComBW Stellungnahme Impulse zur regulierten Kupfer-Glas-Migration (pdf / 321 KB)

Niedersächsisches Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Bauen Stellungnahme Impulse zur regulierten Kupfer-Glas-Migration (pdf / 115 KB)

OXG Glasfaser Stellungnahme Impulse zur regulierten Kupfer-Glas-Migration (pdf / 155 KB)

Plusnet Stellungnahme Impulse zur regulierten Kupfer-Glas-Migration (pdf / 283 KB)

Stadtwerke Göppingen Stellungnahme Impulse zur regulierten Kupfer-Glas-Migration (pdf / 336 KB)

Telefonica Stellungnahme Impulse zur regulierten Kupfer-Glas-Migration (pdf / 122 KB)

VATM Stellungnahme Impulse zur regulierten Kupfer-Glas-Migration (pdf / 717 KB)

Verbraucherzentrale Bundesverband Stellungnahme Impulse zur regulierten Kupfer-Glas-Migration (pdf / 364 KB)

Verbraucherzentrale NRW Stellungnahme Impulse zur regulierten Kupfer-Glas-Migration (pdf / 329 KB)

VKU Stellungnahme Impulse zur regulierten Kupfer-Glas-Migration (pdf / 280 KB)

Vodafone Stellungnahme Impulse zur regulierten Kupfer-Glas-Migration (pdf / 644 KB)

ZVEI Stellungnahme Impulse zur regulierten Kupfer-Glas-Migration (pdf / 124 KB)

Im nachfolgenden Dokument sind zudem Stellungnahmen von Bürgerinnen und Bürgern zu finden:
Bürgerinnen und Bürger Stellungnahmen Impulse zur regulierten Kupfer-Glas-Migration (pdf / 486 KB)

Hintergrund: Breitbandversorgung in Deutschland

Mitte 2025 konnten ca. 55 Prozent aller Endkundenanschlüsse als mindestens infrastrukturell vorbereitet gelten. Das bedeutet typischerweise, dass das Glasfasernetz in unmittelbarer Nähe zur Grundstücksgrenze liegt, also etwa bis zum Bordstein reicht. Ca. 21 Prozent aller Endkundenanschlüsse waren mit einer gänzlich fertiggestellten Glasfaseranbindung ausgestattet. Ein erheblicher Teil des Glasfaserausbaus muss also noch erfolgen.

Momentan wird der überwiegende Teil der Endkundennachfrage über das bestehende Kupfernetz (VDSL), das bestehende TV-Kabelnetz (HFC) und die entstehenden Glasfasernetze (FttH/B) bedient, die miteinander im Infrastrukturwettbewerb stehen. Die Bundesnetzagentur geht davon aus, dass die Nachfrage langfristig über reine Glasfasernetze bedient werden wird. Die notwendigen Bandbreiten und Geschwindigkeiten werden nur über Glasfaser abbildbar sein. Der Weiterbetrieb des Kupfernetzes wird auch betriebswirtschaftlich unprofitabel. Perspektivisch wird es zu einer Stilllegung des Kupfernetzes kommen. Der Ausbau von Glasfasernetzen und die Nachfrage nach Glasfaseranschlüsse ist regional unterschiedlich ausgeprägt. Es ist aktuell noch unklar, wann in den ersten Gebieten das Kupfernetz abgeschaltet wird.

Mehr dazu auch im Podcast NETZtalk der Bundesnetzagentur.

Verbraucherportal „Glasfaser statt Kupfer“

Durch die beschriebene Ausbaudynamik kommen immer mehr Verbraucherinnen und Verbraucher mit den Themen des Glasfaserausbaus und des Technologiewechsels in Berührung. Im Verbraucherportal "Glasfaser statt Kupfer" finden Sie alle relevanten Informationen rund um die Kupfer-Glas-Migration und Antworten auf häufige Fragen, die bei Verbraucherinnen und Verbrauchern aufkommen.

Weitere Aktivitäten zum Übergang von Kupfer- auf Glasfasernetze

Im Rahmen des von der Bundesnetzagentur moderierten Gigabitforums wurden im vergangenen Jahr drei Pilotprojekte hinsichtlich des Migrationsprozesses durchgeführt. Zentrale, im Rahmen der Evaluierung der Piloten herausgearbeitete Handlungsfelder werden aktuell im Gigabitforum weiterverfolgt. Dies betrifft die praktische Zusammenarbeit bei der technischen Umsetzung der Migration, die Beschleunigung des Ausbaus und die Kundenansprache.

Weitere Informationen unter www.gigabitforum.de
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