Gut­ach­ten

Wissenschaftliches Gutachten zur Ermittlung der Zuschläge für unternehmerische Wagnisse von Strom- und Gasnetzbetreibern

Gemäß § 7 (6) StromNEV bzw. GasNEV sind von der BNetzA vor Beginn einer Regulierungsperiode die Eigenkapitalzinssätze festzulegen. Die 4. Regulierungsperiode beginnt 2023 (Gas) bzw. 2024 (Strom). Die Ermittlung der sogenannten Zuschläge für netzbetriebsspezifische unternehmerische Wagnisse als Bestandteil des Eigenkapitalzinssatzes wurde mit einem wissenschaftlichen Gutachten begleitet.

Das Gutachten umfasst zwei Teile, in denen zum einen die wissenschaftlich relevanten Kapitalmarktmodelle untersucht und zum anderen und aufbauend auf den Ergebnissen der methodischen Diskussion die unternehmerischen Wagnisse ermittelt und mit Wagniszuschlägen anderer Länder verglichen werden.

Auf das Gutachten wird im Rahmen des Beschlussentwurfs zur Festlegung der Eigenkapitalzinssätze Bezug genommen.

Wissenschaftliches Gutachten zur Analyse der Zentralbanken-Ansätze zur Determinierung von Marktrisikoprämien

Gemäß § 7 (6) StromNEV bzw. GasNEV sind von der BNetzA vor Beginn einer Regulierungsperiode die Eigenkapitalzinssätze festzulegen. Die 4. Regulierungsperiode beginnt 2023 (Gas) bzw. 2024 (Strom). Zur weiteren wissenschaftlichen Begleitung der Ermittlung des Wagniszuschlags wurden in diesem Rahmen die Ansätze der Zentralbanken zur Ermittlung von Marktrisikoprämien gutachterlich untersucht.

Das Gutachten untersucht die Ansätze der Zentralbanken wie zum Beispiel der Deutschen Bundesbank, der Europäischen Zentralbank, der Bank of England oder dem US-amerikanischen Zentralbanksystem. Es werden aktuelle Forschungsentwicklungen für diese impliziten Methoden der Zentralbanken überprüft und dabei insbesondere auch die Übertragbarkeit dieser Ansätze auf die Möglichkeit der Bestimmung der Marktrisikoprämie regulierter deutscher Energienetze bewertet.

Auf das Gutachten wird im Rahmen des Beschlussentwurfs zur Festlegung der Eigenkapitalzinssätze Bezug genommen.

Gutachten zur regulatorischen Behandlung unterschiedlicher Kostenarten

Die zunehmend volatile, dargebotsabhängige Einspeisung, vor allem aber deren Erzeugung fernab der Lastschwerpunkte stellt das Stromnetz vor neue Herausforderungen. Um den EE-Strom in die Netze zu integrieren, ergibt sich die Notwendigkeit, umfangreiche Investitionen und technologische Umstrukturierungen in den Verteilernetzen durchzuführen. Damit die möglichen Potentiale dieser Maßnahmen zur effizienten Integration von EE-Anlagen tatsächlich gehoben werden, dürfen die Anreize, die sich aus der erlös- und kostenseitigen Abbildung der Maßnahmen im Regulierungssystem ergeben, einer Anwendung innovativer Planungs- und Betriebsgrundsätze nicht entgegenstehen.

Das Gutachten untersucht, welche Auswirkungen sich aus der unterschiedlichen regulatorischen Behandlung verschiedener Kosten auf die Planungs-und Betriebsgrundsätze der Strom-Netzbetreiber und damit auf das Investitionsverhalten und die Innovationstätigkeit ergeben und welche Optionen bestehen und sinnvoll sind, um ggf. nicht intendierten Verzerrungen entgegen zu wirken.

Das Gutachten gibt die Auffassung der Gutachter wieder und ist nicht als politische Handlungsempfehlung der Bundesnetzagentur zu verstehen.

Weiterentwicklung der Kapitalkostenvergütung für Betreiber von Strom- und Gasversorgungsnetzen

Das derzeitige Verfahren zur Ermittlung der Kapitalkosten im Rahmen der Bestimmung der Erlösobergrenzen für Strom- und Gasnetzbetreiber erfordert eine individuelle Prüfung der Kapitalbasis und -struktur. Die derzeitige Vorgehensweise führt zu einem hohen Prüfaufwand durch den Regulierer und schränkt den Gestaltungsspielraum der Unternehmen zur regulatorischen Optimierung an einzelnen Stellschrauben in Bezug auf das Basisjahr ein, wodurch nicht ausreichende Anreize für die Netzbetreiber gesetzt werden, ihre Kapitalstruktur zu optimieren.

Vor diesem Hintergrund sollen mögliche Vereinfachungs- und Verbesserungspotentiale bei der Kapitalkostenvergütung und ihre Auswirkungen diskutiert werden.

Das Gutachten untersucht eine Weiterentwicklung der Methodik zur Kalkulation der Kapitalkostenvergütung für Betreiber von Strom- und Gasversorgungsnetzen. Hierzu werden Möglichkeiten zur Einführung einer standardisierten bzw. pauschalisierten Bewertung der Kapitalkosten und insbesondere der Kapitalverzinsung im Rahmen der Regulierung von Strom- und Gasnetzen begutachtet.

Das Gutachten gibt die Auffassung der Gutachter wieder und ist nicht als politische Handlungsempfehlung der Bundesnetzagentur zu verstehen.
Mastodon